Der bevorstehende Totensonntag ist ein Anlass, in sich zu gehen und der Verstorbenen in seinem persönlichen Umfeld zu gedenken.
Die Direktbetroffenen brauchen einen solchen Tag sicherlich nicht, denn ihnen ist der Verlust stets präsent. In unserer Gesellschaft jedoch besteht der Trend, den Tod und die Trauer möglichst aus dem täglichen Leben auszublenden.
So hat der evangelische Bischof Axel Noack (Magdeburg) mit Blick auf den bevorstehenden Totensonntag dazu aufgerufen, bewusster der Verstorbenen zu gedenken. «Der Tod gehört genauso zum Leben wie die Geburt.Wer ihn verdrängt, ignoriert einen wichtigen Teil des Lebens.»
Er bemängelt, dass sich viele Menschen erst angesichts einer Beerdigung mit dem Tod auseinandersetzten und daher im Umgang mit Tod und Trauer ungeübt seien. Daher sei es wichtig, sich schon früh mit dem Tod auseinander zusetzen.
In einem Interview gegenüber der dpa beschreibt der Bischof die Bestattungskultur als einen Spiegel der Gesellschaft. In ihm würde sich das Auseinanderklaffen der sozialen Voraussetzung in unserem Lande widerspiegeln. Es gäbe zwei konträre Trends: Billig- (Discout)-Bestatter würden aufgrund Ihrer Preise Zulauf haben. Genauso nehme aber auch die Zahl aufwendiger gestalteter Abschiedszeremonien zu.
Um allen Toten ein würdiges Andenken zu geben ist es wichtig, die Trauerkultur positiv zu beeinflussen. Die Vielfältigkeit und der Individualismus unserer Gesellschaft sollte sich auch in Abschiedszeremonien wiederfinden. Gerade in diesem Bereich ist es Aufgabe der Kirchen und der Bestatter, auf die Kundenwünsche einzugehen. So sagt der Bischof: «In einem Gottesdienst ist vieles vorstellbar.»